Farwell! – Streetart-Projekt im Tierpark Center

Während des laufenden Umbaus wird unser Tierpark Center für einige Wochen zum Kunstraum.
7 Berliner Künstler*innen haben schon Ende Dezember einen Teilbereich der Fassade an der Dathe-Promenade mit speziell für diesen Event entworfenen Motiven gestaltet.

Der Eigentümer des Tierpark Centers hat das kreative Projekt ermöglicht und gemeinsam mit der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Andrea Stöckmann und Ulrike Gohla von den Stadtpiraten umgesetzt.

Das Motto der Aktion lautet „Farewell“. Es steht für den Abschied vom Tierpark Center, wie es die Nachbarn und Kunden so lange kannten und soll die noch vor uns liegenden Monate bis zur feierlichen Neueröffnung im Herbst dieses Jahres überbrücken helfen.

Kunst jedem Menschen zugänglich zu machen, ist seit längerem unser Ziel und insbesondere jetzt während der Pandemie“, erklärt Andrea Stöckmann die Initiative Stadtpiraten. „Wir wollen lokalen Künstler*innen die legale Stadtraumgestaltung ermöglichen und die Anteilnahme der Bevölkerung fördern. Objekte und Wandflächen für kreative Projekte legal nutzbar zu machen, belebt nicht nur den Ort an sich, sondern fördert auch den Dialog untereinander.

Der Eigentümer des Tierpark Centers freut sich, eine so wertvolle Initiative unterstützen zu können und sieht in der Arbeit der 7 jungen Künstler eine farbenfrohe, kreative Bereicherung für die Besucher und Kunden des Tierpark Centers.

Hier stellen sich die 7 stillen Helden dieser Aktion persönlich vor:

Cokyone

Mein Künstler Name ist CokyOne und ich wohne seit 2020 in Berlin.

Gebürtig komme ich aus Aachen und habe dort bereits im frühen Jugendalter Kontakt zur Graffiti Szene gehabt. Seit Ende 1998 bin ich aktiv als Graffiti Künstler und habe mit den Jahren neben dem klassischen Stylewriting auch photorealistische Motive und abstrakte Formen in meinen Werken mit einfließen lassen. Seit ein paar Jahren beschäftige ich mit der kreativen Darstellung von Tieren und verarbeite öfter auch sozial und gesellschaftskritische Themen in meinen Bildern. Oft kritisiere ich dabei den Menschen, der die Welt als sein Eigentum betrachtet und aufgrund wirtschaftlicher Interessen unsere Natur und deren natürliche Bewohner immer mehr zerstört.

Zum Motiv: Für das Kunstprojekt „Fare Well“ am Tierpark Center Berlin habe ich mich für ein Motiv mit einem Nashorn entschieden. Das Center wird umgebaut und das Thema des Projektes war es diese Umstrukturierung visuell zu verdeutlichen.

Das Nashorn steht für mich in dem Fall als ein sehr kraftvolles Tier, welches eine schöne Verbindung des alten Centers und dem zukünftigen schafft. Es trampelt bildlich gesehen das alte Center bieder und schafft damit Platz für neues. Zudem schafft es gleichzeitig eine Verbindung zum früheren Tierpark Thema des Centers.

Weitere Bilder meiner Arbeiten sind auf https://cokyone.myportfolio.com/ zu finden.

Spoare

Mein Stil hat seine Ursprünge im Newyorker Stylewriting der frühen 80er Jahre und verbindet diese mit Einflüssen der modernen Gestaltungslehre und ließe sich daher am ehesten als Postgraffiti oder Urbanart einordnen. Das Werk „Farewell“ ist eine Hommage an den Sonnenauf- und Untergang, dieser steht symbolisch für das Ende allerdings auch für den Beginn von etwas Neuem. Die Gestaltung bezieht sich somit auf den gegenwärtigen Wandlungsprozess des Centers, wobei der hohe Grad an Abstraktion interpretationsoffen bleibt und sich damit eine gewisse Zeitlosigkeit bewahrt.

Age Age

Age Age ist ein Künstler aus Berlin dessen Arbeit sich mit der Komplexität des Lebens beschäftigt.

Durch die Konstruktion einer komplexen Maschinerie, die in vielfältigste, verbundene Symbole und Elemente aufgeschlüsselt werden kann, wird ein neuer Zugang zu einem bestimmten Thema der jeweiligen Arbeit für das Publikum eröffnet. Age Age dekonstruiert die Wirklichkeit bis in die kleinste Spitze, bis in die feinsten Details um sie zu einem neuen Bild, einer anderen Darstellungsart und Verbindung wiederzugeben.

Beeinflusst wird sein Schaffen durch die Mythen vergangener Kulturen, den magischen Kräften der Natur und der abstrakten Vorstellung einer Zukunft, die seine Arbeit mit Metaphern und Symbolen fluten. Sie laden ein, eine neue Perspektive einzunehmen und nach der tieferen Bedeutung zu suchen.

Zum Motiv: Diese Arbeit „Natural Transformation“ bezieht sich auf die Weiterentwicklung der menschlichen Rasse in dem Kontrast zum Handeln und Denken über die Natur.

Im den diversen Zukunftsvorstellungen, Science-Fiction und Utopien kann der Mensch sich vorstellen das es Rassen gibt in unserem Universum, die eine natürliche Weiterentwicklung und Verwandlung ihrer Art in Einklang mit deren Natur hervorbringen.

Ganz im Widerspruch dazu scheint die menschliche Rasse dazu zu handeln, obwohl wir, mit fortschreitender Technisierung unsere Zivilisation, immer wieder Bahnbrechendes aus unserer Natur erkennen und es mit viel Zeit daraus Entwicklungen gibt, die wirklich positiv auf unser Handeln und unseren Einklang mit unserer Natur, unserem einzigartigen Planeten haben.

Vergangene Kulturen dieses Planeten waren dabei dieses Prinzip anzustreben, alles was es wohl bedurft hätte, wäre Zeit; viel Zeit! Ein Gut, dass wir mit vielen voranschreitenden Entwicklungen verkürzen, aus Gründen, die jeglicher Ethik und Logik entbehren. Und das zum Nachteil Aller, Vieler, vor allem vieler ungeborener Genies, die nur die Zeit hervorbringen kann und die diese positive Entwicklung beschleunigen könnten.

Unser widersprüchliches Handeln sollte also entbunden werden von den kurzfristigen Ideologien, die wir derzeitig betreiben um die natürliche, sicherlich entschleunigte, Transformation voranzubringen und diese utopisch anmutende Idee, Realität werden zu lassen.

Caro Pepe

Caro Pepe ist eine argentinische Straßenkünstlerin aus Berlin mit einem feinen Flair. Wenn sie Streetart in das Straßenbild europäischer, amerikanischer und asiatischer Städte zaubert, macht sie Mauern und Hauswände zum Spiegel unser Selbst.

Während die meisten Künstler mit ihren Bildern wahrscheinlich versuchen, die Menschen im Herzen zu berühren, richtet Caro ihren Pinsel straight auf den Neocortex im Gehirn. Denn sie sieht die Wirkung ihrer Kunstwerke, die auch ganz klassisch Papier und Leinwände schmücken, als eine Challenge unserer Wahrnehmung. Um uns die Möglichkeit zur Selbstreflektion zu geben, nimmt sie ihren Motiven etwas weg.

Riesige Köpfe, kleine Körper, große Augen – aber immer nur eins. Die gemalten einäugigen Frauen brechen jede Symmetrie, Proportionen spielen keine Rolle. Das mag nicht immer das Auge des Betrachters erfreuen, aber darum geht es Caro nicht. Manche hassen ihre Bilder, andere lieben sie. Die Hauptsache dabei ist jedoch, dass sie Emotionen auslösen. Denn dadurch verraten sie uns, wer wir sind. Gefühlsausdrücke spielen sich in den Gesichtern ab, deswegen liegt der Fokus auf den Köpfen, die unterschiedliche Gemütszustände der Frauen darstellen.

Die fehlende Hälfte sollen wir mit unseren Vorstellungen füllen. Als Individuen sehen wir die Wahrheit ohnehin nur einseitig. Ergänzt durch unsere persönliche Perzeption entsteht ein Gesamtbild, das jedoch nur eine Illusion oder bestenfalls ein Abbild unserer subjektiven Realität ist. Und somit gleichzeitig ein Abbild unserer Seele oder zumindest dessen, was uns berührt.

Zum Motiv: Das Werk „Transformation“, welches für das Abschiedsmotto „Fare Well“ des Tierparkcenters gestaltet wurde. Zeigt ein Gesicht in Puzzelteilen, welches sich zu etwas neuen zusammenfügt. Es steht dabei für den Abschied und nimmt damit inhaltlich Bezug auf die nunmehr begonnene Revitalisierung des Tierpark-Centers.

Sr. Papa Chango

Sr. Papá Chango ist ein mexikanischer Illustrator und Wandmaler, der sich der Aufgabe widmet, den kleinen Wesen in seinem Kopf Leben einzuhauchen und sie auf Poster, Wände, Drucke und Notizbücher zu bringen.

Zum Motiv: Hier soll die Interpretation offengehalten und damit dem Betrachter die Möglichkeit gegeben werden, selbst Inhalte zum Thema „fare well“ für sich zu deuten.

Lacuna

Lacuna ist ein anonym arbeitender Streetart Künstler, der im Herzen des Ruhrgebietes geboren wurde und sich vor allem mit sozialen Themen kritisch auseinandersetzt.

In seiner Jugend war Lacuna politisch in der autonomen, antifaschistischen Bewegung aktiv. Irgendwann las er eine Anleitung zum Graffiti Writing in einer politischen Zeitung. Da Lacuna bereits zuvor schon mit der Sprühdose politische Slogans an Wände geschrieben hatte, lieferte ihm der Artikel die Grundlage für sein weiteres Schaffen. Nach vielen Probearbeiten auf Papier sprühte er Ende 1994 sein erstes Bild auf eine Wand.

Kritische Themen sind nicht der einzige Teil seines Portfolios. Musik beeinflusst viele seiner Bilder sowohl im Arbeitsprozess als auch manchmal als Thema selbst. In seinen jüngsten Arbeiten kombiniert er verschiedene Techniken wie Schlagmetall, Zeichnungen mit Bleistift, Malerei mit Acryl- und Ölfarbe, das Aufkleben von Paste-ups oder Dokumenten und seinen Schablonen zu einem

harmonischen Gesamtbild. In seiner aktuellen Serie „Goldenes Asien“ stellt er das Leben in Asien dar, wo Lacuna zum Teil viele Monate verbracht hat.

Dabei bleibt er natürlich weiterhin seiner Tradition treu, ungefragt und unaufgefordert im öffentlichen Raum zu agieren.

Zum Motiv: Hier soll die Interpretation offengehalten und damit dem Betrachter die Möglichkeit gegeben werden, selbst Inhalte zum Thema „fare well“ für sich zu deuten.

Mate Artist

Mate Artist ist ein vielseitiger Wand- und Muralkünstler welcher aus Mailand stammt und seit einigen Jahren in Berlin lebt. Er malt sehr photorealistisch und schafft es damit die Wände mit Leben zu füllen und diese farbenprächtig zu inszenieren.

Zum Motiv: Das Werk „Changement“ welches für das Motto „Fare Well“ des Tierparkcenters gestaltet wurde, soll die Anwohner neugierig machen auf die Zukunft. Die Umgestaltung des Einkaufscenters in ein multi-funktionales Stadtteilquartier ankündigen.

 

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